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Kath. Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk

Die katholische Pfarrkirche entstand zwischen 1721 und 1724, wurde aber erst 1778 eingeweiht. Es handelt sich um eine stilreine Barockkirche, die als solche einmalig in der Umgebung ist.

Da die Stadt im 16. Jahrhundert vorwiegend evangelisch geworden war, hatte man 1564 die einst katholische Große Kirche der neuen Lehre zugeführt.

Als nun etwa 100 Jahre später unter den Bentheim - Steinfurter Grafen Erbstreitigkeiten ausbrachen, griff 1660 der kriegerische Bischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, ein. Er ließ die Stadt durch seine Truppen besetzen und gab im Jahre 1673 die Große Kirche den Katholiken zur Mitbenutzung wieder. 1716 wurde ein Vertrag geschlossen, der den Katholiken die gräfliche Unterstützung für die Errichtung einer eigenen Kirche zusicherte. Baumeister waren die im bischöflichen Dienst stehenden Gebrüder Gottfried Laurenz Pictorius und Peter Pictorius d.J.. Sie gehören wie J.C. Schlaun zu den berühmtesten Barockarchitekten des Münsterlandes.

Der Bau zeichnet sich durch seine Schlichtheit und strenge Formgebung aus. Im vorigen Jahrhundert war dieser Bau für die stark angewachsene Kirchengemeinde zu klein geworden. So beauftragte man den Dombaumeister Hilger Hertel aus Münster mit einer Erweiterung nach Süden. 1885 baute er ein großes Querschiff und einen neuen Altarraum in den Formen rheinischer Romantik an.

1968-71 erfolgte eine Neugestaltung des Innenraumes. Der Innenraum wirkt streng gegliedert, klar geschlossen und ist doch ausdrucksstark. Wir haben hier den in Italien entwickelten Typ der "Wandpfeilerkirche" vor uns. Die Strebepfeiler, welche das Gewölbe stützen, sind in das Innere der Kirche hineingezogen. Dadurch entstehen an den Seiten schmale Nebenräume, die quer zur Hauptrichtung der Kirche stehen. Die Kirche besitzt die für Barockbauten so bezeichnende Schauseite.

Die Fassade hat die, für die Brüder Pictorius typisch, sehr strengen Barockformen. Vier kräftige, pfeilerartige Wandvorlagen rahmen ein vertieftes Mittelfeld ein. Dessen Hauptachse wird durch das Portal mit dem Dreieckgiebel, die gerahmte Rundbogennische mit der Figur des Kirchenpatrons und dem darüberliegenden Schriftfeld betont. Die Figur des hl. Johannes Nepomuk in der Mittelnische ist das Werk des Coesfelder Rokokobildhauers Cornelius Sasse aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

 
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